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Praxisbuch Spracherwerb
- Sprachförderung im Kindergarten Für eine solche systematische Hilfestellung bietet dieses Arbeitsbuch eine hervorragende Arbeitsgrundlage. In einem kurzen Theorieteil wird in die Grundlagen wie die Ziele des (Zweit-)Spracherwerbs im Elementarbereich, die Funktionen der (Zweit)-Sprache Deutsch in der Elementarerziehung und in Modelle des Spracherwerbs eingeführt. In einem zweiten Teil wird die Praxis des (Zweit-) Spracherwerbs im Elementarbereiches systematisch dargestellt: Die Bedeutung und Aufgabe der Erzieherin beim systematischen (Zweit-) Spracherwerb, der strukturelle und inhaltliche Aufbau der Spracherwerbseinheiten und die Elternarbeit. Danach geht es los
mit der Praxis. Es stehen Checklisten zur Beobachtung des Sprachentwicklungsstandes
und zum Sprach- und Sozialverhalten zur Verfügung.
Diese Elemente sollen auch in den allgemeinen Tagesablauf eingebaut werden (zum Beispiel ein Lernspiel im Stuhlkreis mit allen Kindern wiederholen). Die Einheiten sollten mit fünf bis sieben Kindern möglichst zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden und 20 bis 25 Minuten dauern. Die Erfahrungen mit dem systematischen Einsatz von Spracherwerbseinheiten in Recklinghausen (vgl. www.kindergartenpaedagogik.de/1111.html) sind sehr gut. Viele der Spracherwerbseinheiten sind in einem gemeinsamen Prozess mit Roger Loos entstanden. Die vielen kleingedruckten Namen unter den Spielen, Reimen und Liedern sind Erzieherinnen (u.a. aus Recklinghausen), die im Rahmen von Fortbildungen Spracherwerbseinheiten mit erarbeitet haben. Auch die für Anfang 2005 und 2006 angekündigten Sprachjahre 2 und 3 werden u.a. gemeinsam mit Erzieherinnen aus Recklinghausen und Duisburg erarbeitet. Die Sprachentwicklung der Kinder mit Migrationshintergrund ist mit dieser Methode enorm und erste Erfolge sind sichtbar. In diesem Jahr sind aus einer städtischen Kindertageseinrichtung (65% Kinder mit fremder Muttersprache) weniger Kinder als im letzten Jahr von den Schulleitungen zu einer ergänzenden Sprachförderung in der Schule im letzten Halbjahr des Kindergartens ausgewählt worden, d.h. sie hatten einen Sprachstand erreicht, der ihnen ermöglicht, dem Unterricht in der Schule zu folgen. Wir hoffen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Systematische Sprachförderung mit Hilfe von Spracherwerbseinheiten sind aufwändig. Aber die Arbeit lohnt sich. Die Kinder, die es zunehmend lernen, sich mitzuteilen, soziale Beziehungen über Sprache aufzunehmen, Konflikte zu regeln und nicht zuletzt dem Unterricht in der Schule folgen zu können, werden es den Erzieherinnen danken. Die systematische Förderung der Sprache von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache ist eine fachliche Antwort auf die PISA-Ergebnisse. Das Praxisbuch Spracherwerb ist hierfür eine ausgezeichnete Hilfe! Ulrich Braun
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