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"Haus für
Kinder" -Kita-Konzept der Zukunft?1
Modelle von kombinierten Tageseinrichtungen für Kinder und von Öffnungen der Tageseinrichtung für Kinder A. "Kinder-Kombi-Modelle" Definition:
B. "Öffnungs-Modelle" Definition:
Die Anforderungen an ein "Haus für Kinder", wie sie das Landesjugendamt Rheinland beschreibt (vgl. Fußnote 2), nimmt die Breite von A 1-4 und B 1-4 auf. Die "systematische Einbeziehung von Eltern", "neue Gruppenkonstellationen" und das Haus für Kinder als "Bestandteil sozialräumlicher Infrastruktur" sind Teil eines zukünftigen Konzeptes. Als dazu erforderlichen Veränderungen werden benannt:
Als Praxisbeispiel wird der "Blaue Elefant" in Essen-Katernberg (Träger: Dt. Kinderschutzbund)7 ausführlich vorgestellt, der GTK-Plätze von 3-14 Jahren mit einem pädagogischen Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung, Freizeitgestaltung und einem Kinder- und Jugendtreff kombiniert. Mit Therapieangeboten (Ergo-, Sprachtherapien, Psychomotorik, u.a.), einer Beratungsstelle für Kinder und Familien, der Gestaltung von Ferienzeiten, Angeboten im Bereich der Erlebnispädagogik und mit Fahrdiensten sind vor allem Angebote im Bereich B2 und B3 mit dem A-Bereich konzeptionell zusammengeführt. Mit diesem wirklich ausgezeichneten Praxisbeispiel ist ein Orientierungsrahmen gegeben, wohin sich eine Tageseinrichtung für Kinder entwickeln kann, wenn die entsprechenden Ressourcen bereitgestellt werden. Die Einrichtung "Blauer Elefant" und der Dt. Kinderschutzbund als Träger haben ein gutes Sponsoring-Konzept, mit dem manche Aufgaben finanziert und Verwaltungsaufgaben übernommen werden können. Dies ist bei jeder Diskussion um zukünftige Modelle mit in die Überlegungen aufzunehmen. Spannend für eine konzeptionelle Weiterentwicklung wäre bei dem Beispiel des Blauen Elefanten in Essen-Katernberg der Bereich B1. Eine kleine altersgemischte Gruppe (0,4 - 6 Jahre) wäre ein guter Einstieg in die Schnittstelle Familienbildung. Diese Gruppe gibt es im Blauen Elefanten nicht, und so fehlt auch diese Zielgruppe weitgehend. Dieses Beispiel zeigt die Grenzen konzeptioneller Weiterentwicklung zum "Haus für Kinder" auf. Eine kleine altersgemischte Gruppe wird es wohl kaum noch geben im Blauen Elefanten8, so dass eine Ausweitung des Angebotes nur unter sich verschlechternden Rahmenbedingungen (über die Budgetvereinbarung nach § 9 (4) GTK) stattfinden kann. Das Landesjugendamt Rheinland hat mit dem Diskussionspapier "Haus für Kinder" Bausteine für ein zukünftiges Haus für Kinder vorgestellt. Das vorgestellte Modell sollte in zweierlei Sicht erweitert werden. Hinter einem Fachbegriff steht auch ein Konzept. Nennt man die konzeptionellen Überlegungen "Haus für Familien" - was z.B. mit den Bausteinen "Familienfreizeiten", "Gesprächskreise und Elternfrühstück" oder "begleitende Elternarbeit" schon inhaltlich vorbereitet ist - wird die Weiterentwicklung der Jugendhilfe zu sozialräumlichen Konzepten für die ganze Familie "aus einer Hand" präziser bestimmt. Der zweite Vorschlag hat gravierende Folgen für die Finanzierung innerhalb der Jugendhilfe. Ein "Haus für Familien" sollte die verschiedenen Finanzierungsleistungen, die für Familien erbracht werden, zusammenführen. Dies hätte zur Folge, dass z.B. Landesmittel aus der Familienbildung in ein solches Konzept einfließen. Kommunale Mittel aus dem Bereich der Erziehungshilfe könnten als "präventive Investition" eingesetzt werden, wobei zunächst Mehrkosten erforderlich wären, die sich aber mittelfristig rechnen werden. Auch Mittel, die für Beratungsstellen verwandt werden, könnten in dieses Konzept eingehen. Die Fachkräfte der Tageseinrichtungen für Kinder sollen dies nicht noch alles mitmachen. Die vielfältige Fachlichkeit aus den Bereichen von Familienbildung, Erziehungshilfe und Beratung findet ihren Platz in einem "Haus für Familien", getreu dem Leitsatz "Vom Nebeneinander zum Miteinander". Institutionell zuende gedacht bedeutet dieser Leitsatz, dass auch Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen in ein "Haus für Familien" räumlich und personell integriert sind - und nicht nur mit "Sprechstunden vertreten". Bei einem solchen Konzept erübrigt sich die Diskussion um die erforderlichen Qualifikationen für die Tätigkeit und Leitung in einem "Haus für Familien". Erzieherinnen sind in einem Haus für Familien ebenso tätig wie andere Berufsgruppen. Die Leitung des Hauses wird eine in der Jugendhilfe erfahrene Fachkraft mit den erforderlichen Qualifikationen innehaben. Es gibt einen Bedarf Die zuvor beschriebenen
Modelle spiegeln sich in Ansätzen in der Vielfalt von Tageseinrichtungen
für Kinder bereits wider. Daraus lässt sich die Folgerung ableiten,
dass es einen Bedarf gibt für Konzepte mit Kindern unterschiedlichen
Alters und für eine Öffnung der Institution.
fordern eine Weiterentwicklung
der vorhandenen Konzepte der Jugendhilfe geradezu heraus. Dies geht nicht ohne eine Diskussion um die Verwendung von finanziellen Mitteln. Die Prioritätendiskussion in der Jugend- und der Familienhilfe ist noch nicht wirklich geführt worden.10 Das "Haus für Familien" kann hierfür eine Leitbild-Idee werden. Ulrich Braun 1
Zweimal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Fachbeirates von Kita
aktuell NW, um die Inhalte der Fachzeitschrift zu diskutieren und Anregungen
für Artikel und Schwerpunkte zu geben. Jedes Treffen hat ein Schwerpunktthema.
In der Herbstsitzung 2001 führte Frau Neagu, Landesjugendamt Rheinland
in das Diskussionspapier "Haus für Kinder" ein. Die Diskussion
um dieses Papier und Konsequenzen für die künftige Fachdiskussion
sind hier in Form eines Fachbeitrages aufgenommen
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